
„Ich arbeite am liebsten spätabends, wenn alle anderen schon im Feierabend sind.“
Mit diesem Satz beginnt Stavros Strogilakis der Seibert Group seinen Vortrag auf der T4AT 2024. Und plötzlich ist der Raum still. Nicht, weil niemand das kennt – sondern weil sich viele darin wiedererkennen. Kollaboration, das merken wir in diesem Moment, bedeutet eben nicht: alle zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Sondern: gemeinsam Wirkung entfalten – auch wenn wir unterschiedlich ticken. Multi-Channel Collaboration ist das Keyword.
Genau davon handelt Stavros’ Talk: Wie wir Kollaboration nicht nur effizienter, sondern menschlicher gestalten können. Und wie Jira, Confluence und Loom dabei helfen, Brücken statt Barrieren zu bauen. .
Warum Kollaboration mehr ist als Teamarbeit
Stavros lässt uns an seiner eigenen Reise teilhaben – als Atlassian Consultant, als Kreativkopf, als neurodiverser Mensch. Sein Punkt: Wirklich gute Kollaboration bedeutet, Räume zu schaffen, in denen unterschiedliche Menschen unterschiedlich gut arbeiten dürfen. Und dafür brauchen wir mehr als gute Tools. Wir brauchen Empathie, Struktur – und die Bereitschaft, Kollaboration neu zu denken.
Denn was oft als "fehlende Motivation" wahrgenommen wird, ist in Wahrheit häufig ein strukturelles Problem: Menschen mit anderem Tagesrhythmus, ohne gleiches Vorwissen oder mit Sprachbarrieren brauchen andere Zugänge. Und genau da setzt Multi-Channel Collaboration an.
Asynchrone Zusammenarbeit: mehr Raum für Ideen
Einer der zentralen Begriffe im Talk: asynchrone Kollaboration. Was sich trocken anhört, ist in Wahrheit ein echter Gamechanger – vor allem für alle, die sich nicht in 60-Minuten-Meetings entfalten.
Statt Diskussionen auf Echtzeit-Formate zu beschränken, plädiert Stavros für Phasen des Vorbereitens, Reflektierens und Nachtragens. Denn viele Ideen entstehen nicht im Call – sondern beim Spaziergang, im Feierabend oder am nächsten Morgen.
Sein Tipp: Zwischen Aufgabenstart und finalem Ergebnis dürfen und sollten bewusst Zeiträume liegen. Denn die besten Gedanken brauchen manchmal ein bisschen Reifezeit.
Jira & Confluence als Kollaborations-Booster
Wie sieht das konkret aus? Mit wenigen Funktionen in Jira und Confluence lassen sich laut Stavros kollaborative Prozesse deutlich verbessern – ganz ohne teure Tools oder Riesenprojekte:
Kommentarfunktion in Jira:
Die Diskussion findet direkt im Ticket statt. Kein Umweg über Mails oder externe Tools. Jeder, der am Ticket arbeitet, sieht die gesamte Konversation – nachvollziehbar, dokumentiert und im Kontext.
Projektseiten verknüpfen:
Confluence-Seiten lassen sich direkt mit Jira-Projekten verbinden. So ist Wissen nicht mehr irgendwo im Wiki verstreut, sondern dort, wo es gebraucht wird: am Task selbst.
Beobachten & Custom Fields:
Du willst auf dem Laufenden bleiben, ohne ständig pingen zu müssen? Einfach als Beobachter*in eintragen – oder Custom Fields wie „Deal Owner“ oder „Reviewer“ nutzen, um Klarheit zu schaffen.
Confluence-Tipps für feinsinnige Zusammenarbeit
Auch Confluence hat in Sachen Kollaboration einiges zu bieten:
Inline-Kommentare:
Ein Satz wirkt unklar? Einfach markieren und kommentieren. Das spart lange Mails und hilft dabei, Feedback gezielt und respektvoll zu platzieren – besonders hilfreich für stillere Teammitglieder.
Aufgabenmakros:
Kleine Tasks direkt in Seiten tracken – besonders hilfreich in der Meeting-Dokumentation oder bei spontanen To-dos.
Whiteboards, Emojis, Reaktionen:
Confluence ist längst nicht mehr nur Text und Tabelle. Visuelle Elemente helfen, sich auszudrücken – auch ohne viele Worte.
Loom: Wenn ein Video mehr sagt als 1.000 Tickets
Stavros’ Geheimwaffe für asynchrone Kollaboration: Loom. Mit der Video-App erklärst du Prozesse, Aufgaben oder Entscheidungen in wenigen Minuten und das auch als Transkript. Das spart Zeit, schont Nerven – und bringt Klarheit, auch für Kolleg*innen, die später dazukommen oder in einer anderen Sprache arbeiten.
Ein klarer Pluspunkt: Loom lässt sich direkt in Jira und Confluence einbetten – so entsteht eine lebendige Wissensbasis, die zugänglich bleibt.
Fazit: Kollaboration heißt Rücksicht, nicht Rückschritt
Stell dir ein Team vor, das um 10 Uhr morgens, um 14 Uhr nachmittags und um 21 Uhr abends gemeinsam an einer Lösung arbeitet – ohne je zur gleichen Zeit im Raum zu sein. Klingt wie ein Zukunftsszenario? Ist aber längst Realität, wenn wir Kollaboration neu denken.
Stavros zeigt: Mit ein bisschen Reflexion, etwas Struktur und den richtigen Funktionen in Jira und Confluence wird aus „alle machen irgendwie mit“ ein echtes Miteinander – effizient, agil und inklusiv.
Du möchtest mehr zum Thema sehen?
Der vollständige Vortrag „Multi-Channel Collaboration – Kollaboration effizient, agil und inklusiv gestalten“ erscheint im Februar 2025 auf unserem YouTube-Kanal. Bis dahin: Probiere doch mal einen asynchronen Wochenstart – ganz ohne Meeting. Und schau, was passiert.
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